Der Landschafts- und Naturraum Starsower Niedermoor

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Zwischen der Müritz, dem Müritz Nationalpark und der Mecklenburgischen Seenplatte liegt das Starsower Niedermoor. Eingebettet zwischen bewaldeten Hügeln, Seen und Kanälen der eiszeitlich geprägten Landschaft, bildet es eine Offenlandschaft zwischen dem Starsower Schulzensee und der Müritz-Havel-Wasserstraße. Es wird der Großlandschaft „Neustrelitzer Kleinseenlandschaft„ zugeordnet.

Frühe Besiedlungsspuren aus der Eisenzeit, Funde einer Slawenbesiedlung und mittelalterliche Siedlungsreste zeigen die Bedeutung dieser Landschaft für die Menschen bis zum heutigen Tag. Das Feuchtgebiet des Niedermoores war früher durch typische Moorpflanzen wie Wollgräsern geprägt. Diese erstreckten sich im Nordwesten bis zu den Erlenbrüchen der „Müritz-Havel-Wasserstraße“.

 Obwohl in den 70erJahren mit der Entwässerung des Gebietes über diverse Gräben begonnen wurde, stellt das Gelände weiterhin einen besonderen und schützenswerten Naturraum dar. Da das Oberflächenwasser weiterhin nur wenige Zentimeter unter der Bodenoberfläche den Moorboden feucht hält, sind wertvolle Lebensräume für Flora und Fauna erhalten geblieben.

Im Übergang des Geländes zur Müritz-Havel-Wasserstraße überspannt seit dem 17. Jahrhundert die kleine „Hohe-Brücke“ den Kanal und lässt von dort über die Wasserstraße, deren Erlenbrüchen bis hin zu dem geschützten Naturraum des Mirower Holms, einen typischen Blick in den wasserreichen Landschaftsraum der Mecklenburgischen Kleinseenplatte zu.

Im Volksmund heißt diese Brücke „Schweinebrücke“, weil an dieser Stelle früher die Schweine auf die andere Seite der Wasserstraße zur Sommermast auf den Mirower Holm getrieben wurden. Die weitläufige Naturlandschaft in diesem Bereich blieb bis zum heutigen Tag erhalten und verstärkt die Bedeutung als Erholungsgebiet.

Die Randbereiche des Niedermoores werden seit der Melioration der späten 70er Jahre partiell landwirtschaftlich genutzt. In den tiefer gelegenen Teilen der Moorniederung und in den angrenzenden Waldgebieten bilden Flora und Fauna ein naturräumlich äußerst schützenswertes Areal mit zahlreichen Biotopen.

Dieser auch landschaftlich bemerkenswerte Naturraum wird über Wander-, Wasser- und Radwege entlang von Jahrhunderte alten Wegtrassen, die von Weiden und Wacholder gesäumt sind, erlebbar und bildet einen Rückzugsort nicht nur für Menschen, sondern auch für viele Tierarten wie Otter, Rehe, Schwarzwild, Biber, Kraniche, Gänse, Störche, diverse Amphibien, Reptilien und Insekten.

Als Melioration bezeichnet man alle Arten von Bodenverbesserungen und Maßnahmen, welche die Bewirtschaftung von Landwirtschaftsland vereinfachen

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